Konto wegen Krypto gekündigt: Rechte und Vorgehen beim De-Banking
Immer wieder kündigen Banken ihren Kunden das Konto oder verweigern die Eröffnung, weil auf dem Konto Überweisungen an Kryptobörsen auftauchen. Ohne Girokonto lässt sich der Alltag kaum bewältigen, weshalb ein solches De-Banking Betroffene hart trifft.
Banken sind als Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz gehalten, Risiken zu bewerten. Krypto-Transaktionen stufen manche Institute pauschal als erhöhtes Risiko ein und schließen ganze Kundengruppen aus. Rechtlich sind einer solchen Praxis jedoch Grenzen gesetzt.
Dieser Beitrag richtet sich an Kontoinhaber, deren Konto wegen Krypto-Bezügen gekündigt oder verweigert wurde. Er erklärt Ihre Rechte, den Anspruch auf ein Basiskonto und das richtige Vorgehen. Er ergänzt unseren Beitrag zum Herkunftsnachweis um die Perspektive gegenüber der Bank.
Was bedeutet De-Banking?
De-Banking beschreibt den Ausschluss von Kunden oder Kundengruppen aus Risikoerwägungen. Kommt eine Bank zu dem Ergebnis, dass ihr Aufwand oder Risiko zu hoch sind, greift sie häufig zur ordentlichen Kündigung. Zu unterscheiden ist zwischen der ordentlichen Kündigung, die unter Einhaltung einer Frist ohne besonderen Grund möglich ist, und der außerordentlichen, fristlosen Kündigung, die einen wichtigen Grund voraussetzt.
Krypto-Transaktionen allein rechtfertigen eine fristlose Kündigung in der Regel nicht. Häufig steht hinter der Maßnahme ein Verdacht, der sich durch einen sauberen Herkunftsnachweis ausräumen lässt.
Rechtlicher Rahmen: Ihre Rechte als Kontoinhaber
Auch wenn Banken grundsätzlich frei entscheiden, mit wem sie Verträge schließen, bestehen wichtige Grenzen. Die Bank muss bei der ordentlichen Kündigung die vertraglich und gesetzlich vorgesehenen Fristen einhalten; eine fristlose Kündigung ist nur bei einem wichtigen Grund zulässig. Ihr Kontoguthaben steht Ihnen zu und ist auch nach einer Kündigung auszuzahlen.
Wichtig: Verbraucher haben nach dem Zahlungskontengesetz einen Anspruch auf ein Basiskonto. Dieser Anspruch besteht auch dann, wenn andere Banken die Kontoeröffnung ablehnen.
Aktuelle Entwicklungen: verschärfte Geldwäscheprüfung
Der Hintergrund vieler Kündigungen liegt in der gestiegenen Prüfungsdichte:
- Risikobewertung: Banken müssen Transaktionen überwachen und auffällige Muster prüfen.
- Krypto als Risikofaktor: Überweisungen an Börsen werden teils pauschal als erhöhtes Risiko eingestuft.
- Herkunftsnachweis: häufig wird die Klärung der Mittelherkunft zum Auslöser der Kündigung.
- Grenzen: Kündigungen dürfen nicht auf sachfremden oder willkürlichen Erwägungen beruhen.
Praxishinweis: Fordern Sie bei einer Kündigung schriftlich die Gründe und die Rechtsgrundlage an und prüfen Sie, ob eine ordentliche oder fristlose Kündigung vorliegt.
Die Grundlagen im Überblick
Vier Fragen bestimmen Ihr Vorgehen:
- Handelt es sich um eine ordentliche oder eine fristlose Kündigung und liegen deren Voraussetzungen vor?
- Ist ein Geldwäscheverdacht der Auslöser, den ein Herkunftsnachweis ausräumen kann?
- Ist die Auszahlung des Guthabens gesichert?
- Besteht ein Anspruch auf ein Basiskonto?
Die Antworten entscheiden, ob eine Kündigung angreifbar ist und welche Schritte sinnvoll sind.
Was Betroffene jetzt tun sollten
Begründung anfordern. Bitten Sie schriftlich um Gründe und Rechtsgrundlage der Kündigung.
Herkunft belegen. Räumen Sie einen Geldwäscheverdacht durch einen sauberen Herkunftsnachweis aus.
Ersatzkonto sichern. Sorgen Sie rechtzeitig für ein Ersatzkonto und wahren Sie alle Fristen.
Rechtsschritte prüfen. Gegen eine unwirksame Kündigung oder die Verweigerung eines Basiskontos lässt sich vorgehen.
So unterstützt Sie Kryptoanwalt.de
Wir prüfen die Wirksamkeit einer Kontokündigung, setzen Ihren Anspruch auf Auszahlung des Guthabens und gegebenenfalls auf ein Basiskonto durch und begleiten die Kommunikation mit der Bank. Wo ein Geldwäscheverdacht der Auslöser ist, bereiten wir den Herkunftsnachweis auf und stimmen ihn mit den steuerlichen Anforderungen ab, klar, konsequent und in Ihrem Interesse.
FAQ
Darf meine Bank das Konto kündigen, nur weil ich mit Krypto handle?
Eine ordentliche Kündigung ist unter Einhaltung der Fristen grundsätzlich auch ohne besonderen Grund möglich. Eine fristlose Kündigung setzt dagegen einen wichtigen Grund voraus, etwa einen konkreten und belegbaren Verdacht. Krypto-Transaktionen allein rechtfertigen eine fristlose Kündigung in der Regel nicht.
Bekomme ich mein Geld nach einer Kontokündigung zurück?
Ja. Ihr Kontoguthaben steht Ihnen zu und ist auch nach einer Kündigung auszuzahlen. Die Kündigung des Kontos ist kein Grund, Ihnen Ihr Guthaben vorzuenthalten. Kommt es dennoch zu Verzögerungen, sollten Sie die Auszahlung ausdrücklich und schriftlich verlangen.
Habe ich einen Anspruch auf ein Konto, wenn mehrere Banken ablehnen?
Verbraucher haben nach dem Zahlungskontengesetz einen Anspruch auf ein Basiskonto. Dieser Anspruch besteht auch dann, wenn andere Banken die Kontoeröffnung ablehnen. Wird ein Basiskonto zu Unrecht verweigert, lässt sich der Anspruch durchsetzen.
Was kann ich gegen eine Kündigung wegen Krypto tun?
Fordern Sie zunächst schriftlich die Gründe und die Rechtsgrundlage an und prüfen Sie, ob eine ordentliche oder fristlose Kündigung vorliegt. Belegen Sie bei einem Geldwäscheverdacht die Herkunft Ihrer Mittel, sichern Sie ein Ersatzkonto und prüfen Sie rechtliche Schritte gegen eine unwirksame Kündigung. Anwaltliche Unterstützung hilft, schnell und wirksam vorzugehen.
Was ist der Unterschied zwischen ordentlicher und fristloser Kündigung?
Die ordentliche Kündigung erfolgt fristgebunden und benötigt keinen besonderen Grund. Die außerordentliche, fristlose Kündigung ist nur bei einem wichtigen Grund zulässig, der die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses unzumutbar macht. Ob ein solcher Grund vorliegt, ist im Einzelfall zu prüfen und häufig angreifbar.
Was hat der Herkunftsnachweis mit der Kontokündigung zu tun?
Häufig steht hinter einer Kündigung ein Geldwäscheverdacht wegen der Herkunft der Mittel. Wer die legale Herkunft seiner Kryptowerte und deren ordnungsgemäße Versteuerung sauber dokumentiert, entzieht dem Verdacht die Grundlage und stärkt seine Position gegenüber der Bank. Geldwäsche- und Steuerebene sollten dabei gemeinsam betrachtet werden.



