Nichterklärung von Einkünften

Nichterklärung von Einkünften: Was kann passieren?

Nichterklärung von Einkünften – Ein Überblick der Experten von Kryptoanwalt.de

Worum geht es bei der Nichterklärung?

Die Nichterklärung von Einkünften liegt vor, wenn eine Steuererklärung zwar abgegeben wird, aber bestimmte steuerpflichtige Einnahmen – etwa Gewinne aus Kryptowährungen, Staking-Rewards, Airdrops oder Einnahmen aus dem Spothandel – nicht oder nur teilweise aufgeführt sind. Im Gegensatz zur Nichtabgabe der Steuererklärung ist die Erklärung also formell vorhanden, inhaltlich aber unvollständig.

Warum passiert das im Kryptobereich so oft?

ein Ripple Logo

Unübersichtliche Transaktionshistorie

Mehrere Wallets, Börsen und DeFi-Protokolle führen schnell zu einer Datenlage, die ohne strukturierte Tools kaum noch zu rekonstruieren ist.

ein Bitcoin Logo

Fehlklassifizierung

Rewards aus Lending, Staking oder Liquidity Mining werden fälschlich als steuerfrei eingestuft oder gar nicht erfasst.

ein Solano Logo

Unterschätzte Anlage SO

Viele Anleger wissen nicht, dass private Veräußerungsgeschäfte mit Kryptowährungen gesondert in der Anlage SO zur Einkommensteuererklärung angegeben werden müssen.

Rechtliche Einordnung

Ob die Nichterklärung als Steuerhinterziehung (§ 370 AO) oder als leichtfertige Steuerverkürzung (§ 378 AO) gewertet wird, hängt vom Grad des Verschuldens ab. Wer bewusst Einkünfte verschweigt, begeht eine Straftat. Wer hingegen aus grober Fahrlässigkeit unvollständige Angaben macht, handelt ordnungswidrig. In beiden Fällen droht die Nachzahlung der verkürzten Steuer samt Zinsen.

Mögliche Konsequenzen

Icon der Nummer 1

Nachzahlung der verkürzten Steuer

Die nicht erklärten Einkünfte werden nachträglich festgesetzt. Die festgesetzte Steuer ist in voller Höhe nachzuentrichten.

Icon der Nummer 2

Hinterziehungs- oder Nachzahlungszinsen

Hinterziehungszinsen nach § 235 AO in Höhe von 0,5 % pro Monat werden erhoben – und das ggf. über mehrere Jahre.

Icon der Nummer 3

Geld- oder Freiheitsstrafe

Bei Vorsatz kommt eine Geldstrafe oder – in schweren Fällen – eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren in Betracht. Bei leichtfertiger Steuerverkürzung droht ein Bußgeld bis 50.000 Euro.

Icon der Nummer 4

Verlängerte Festsetzungsfrist

Die regelmäßige Festsetzungsfrist von vier Jahren verlängert sich bei Leichtfertigkeit auf fünf und bei Vorsatz auf zehn Jahre.

Icon der Nummer 5

Einleitung eines Steuerstrafverfahrens

Sofern der Anfangsverdacht einer Steuerstraftat besteht, kann die Buß- und Strafsachenstelle ein Ermittlungsverfahren einleiten.

Was können Sie jetzt tun?

Wer nachträglich feststellt, dass Einkünfte aus dem Kryptobereich nicht vollständig erklärt wurden, sollte schnell, aber strukturiert handeln. Eine Nacherklärung oder strafbefreiende Selbstanzeige nach § 371 AO ist in vielen Fällen möglich – setzt aber voraus, dass die Tat noch nicht entdeckt ist und sämtliche Besteuerungsgrundlagen vollständig und richtig nacherklärt werden. Eine unvollständige Selbstanzeige wirkt nicht strafbefreiend und kann die Situation sogar verschärfen.

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Fazit

Die Nichterklärung von Einkünften ist im Kryptobereich kein Randthema – sie ist mit die häufigste Ursache für Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt. Entscheidend ist, die eigene Situation ehrlich zu bewerten und fachkundig zu bereinigen. Mit spezialisierter anwaltlicher Begleitung lassen sich Strafverfahren häufig vermeiden und Nachzahlungen kontrolliert abwickeln.

Diese Informationen dienen als allgemeine Richtlinien und können die individuelle Beratung durch unsere Experten nicht ersetzen. Die rechtliche und steuerliche Behandlung kann je nach Ihrer spezifischen Situation und den aktuellen Bestimmungen variieren. Es wird dringend empfohlen, sich mit unseren Anwälten in Verbindung zu setzen, um Ihre persönliche Situation zu klären und die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.